-

Ancestry

Vom deutschen Bier

Die Griechen kannten das Bier von den Ägyptern, doch galt es ihnen als Getränk der Armen. Aber: Aristoteles lobte es als guten Schlaftrunk. Er stellte auch fest, dass der Bierrausch den Menschen nach hinten fallen lässt, während der Mensch im Weinrausch zu allen Seiten kippt.

Von den Griechen gelangte das Bier zu den Römern. Dort hatte es jedoch zunächst keine Bedeutung, war doch der Wein das Hauptgetränk. Das änderte sich erst, als die Römer ferne Länder eroberten und auf die Vielfalt des Bieres stießen. Einige gewöhnten sich sogar daran. Flavius Valens schätzte besonders das »sabaium « aus der Gegend des heutigen Österreich. Caesar mochte das aus Gerste gebraute »corma « aus Gallien, das er mit seinen Legionen nach England mitnahm und so möglicherweise den Grundstein für Ale und Stout legte.

Und die Germanen? Funde von Bierresten in Krügen belegen, dass auch die Germanen schon etwa 1000 v.Chr. aus Brotfladen hergestelltes Bier getrunken haben. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet, dass die Germanen Hunger und Kälte, aber keinen Durst ertragen konnten. Unsere Vorfahren müssen schon früh herausgefunden haben, dass man Bier auch direkt aus gekeimtem und geröstetem Korn herstellen kann. Durch Fundekann auch belegt werden, dass die Germanen bereits eine Würze kochten. Da Bier ein Teil der Nahrung war, gehörte das Brauen, übrigens nicht nur bei den Germanen, zu den Pflichten der Hausfrau. Daran änderte sich bis ins frühe Mittelalter nichts. Selbst in der Blütezeit der Klosterbrauereien im 12. und 13 Jahrhundert war Brauen keine Männerdomäne. So zum Beispiel erforschte und beschrieb Hildegard von Bingen den Wert des Hopfens. Im Mittelalter gehörte auch der Braukessel zur Aussteuer, und was heute das Kaffeekränzchen ist, war damals das Bierkränzchen.

In den mittelalterlichen Klöstern versuchte man zunächst, Wein anzubauen, doch wo keine Reben gediehen, ging man schnell zum Bierüber, das zunächst nur für den Eigenbedarf gebraut und wegen des schlechten Trinkwassers bald zum Hauptgetränk wurde. Als älteste noch heute arbeitende Brauerei der Welt gilt das Kloster Weihenstephan, das 1040 nicht nur das Braurecht, sondern auch das Schankrecht erhielt. Da bereits erstmals 768 Hopfen an das Kloster geliefert wurde, könnte hier auch das erste Mal bewusst mit Hopfen gebraut worden sein. Die größte Klosterbrauerei jener Zeit stand in St. Gallen. Dort arbeiteten in drei Brauerein und einer Mälzerei über 100 Mönche an dem bekannten Bier. Für damalige Verhältnisse wurde in St. Gallen modern gebraut: In jeder Brauerei gab es Sud-, Gär- und Kühlraum; hergestellt wurden drei Biere: Starkbier für den Abt und hohe Gäste, Alltagsbier für Mönche und Pilger und Dünnbier für Bedienstete und Bettler.

< zurück blättern | vorwärts blättern >

 

Ancestry-Newsletter

Lernen Sie über neue Aufzeichnungssammlungen und Merkmale, erhalten Sie Ratschläge von Experten, lesen Sie Erfolgsgeschichten und mehr.
Kostenlos anmelden

Ancestry-Newsletter

Klicken Sie auf einen der Links, um die letzten Newsletter zu lesen.

- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
  ...mehr

Beginnen Sie mit Ihrem Familienstammbaum

Stammbäume sind der ideale Platz, um Ihre gefundenen Informationen zu speichern und organisieren.

Klicken Sie hier, um jetzt Ihren Familienstammbaum zu erstellen.