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Vom deutschen Bier

Da das Bier der Obrigkeit Geld brachte, bemühte sie sich, durch Brauverordnungen die Qualität zu verbessern. Das war auch nötig, denn es wurden zahlreiche Tricks angewandt, um das Bier trinkbar zu machen. Man experimentierte bei der Gärung mit anderen stärkehaltigen Produkten wie Erbsen oder Bohnen und versuchte mit Ruß oder Ochsengalle, in den Klöstern auch mit Wacholder oder Pilzen, dem Gebräu Geschmack zu verleihen. An den Hopfen, obwohl bekannt, dachte man noch nicht. Eine der ersten Verordnungen stammt von Friedrich Barbarossa und ist im Augsburger Stadtrecht von 1156 niedergeschrieben. Qualitätsprobleme hatte man im Vergleich zum guten norddeutschen Bier besonders in Bayern. Um der Lage Herr zu werden, versuchte man mit zahlreichen Verordnungen vielerorts die Zutatenliste auf Gerste, Hopfen und Wasser zu beschränken. Strenge Kontrollen von »Pir-Beschauern« gehörten auch dazu. Es ist überliefert, dass das Bier auf Holzbänke gegossen wurde und sich die Prüfer in Lederhosen für eine bestimmte Zeit auf die Bank setzten. Blieb die Bank an den Hosen kleben, wenn sie sich erhoben, war das Bier gut. Anderenfalls drohten Strafen, von denen das Wegschütten noch harmlos war. Der 23. April 1516 wurde zu einem ganz besonderen Tag. Während die Verordnungen bis dahin nur regionale oder lokale Bedeutung hatten, verständigte man sich auf dem bayrischen Landstädtetag auf eine einheitliche Verordnung, die für ganz Bayern gelten sollte: das Reinheitsgebot; bald Vorbild für andere Brauvorschriften, galt es ab 1906 im ganzen Reich. Zunächst bot es nicht viel Neues, wurde aberin der Folgezeit mehrfach erweitert, so 1551 um Hefe als Zutat. Man wusste also, dass Hefe den Brauprozess beeinflusst, und kannte sogar ober- und untergärige Hefen. Bald sehr beliebt wurde das neue Verfahren, untergärig zu brauen. Da das untergärige Bier bei niedrigen Temperaturen gebraut werden musste, wurde ab 1553 eine von Ende September bis Ende April dauernde Brausaison eingeführt.

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