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Vom deutschen Bier

Kindelbier, Mistelbier, Tröstelbier . . . Das sind nur einige Beispiele für Namen, die dem Bier im Mittelalter passend zu den Festen gegeben wurden. Das Kindelbier trank man zur Geburt, das Mistelbier nach dem Mähen der Wiese und das Tröstelbier gab es bei Totenfeiern. Feste feierte man zu dieser Zeit wie sie gerade fielen, und wenn es nichts zu feiern gab, dann wurden kurzerhand neue Feste erfunden: So trank man nach erfolgreicher Ausbesserung von Fenstern und Wänden das Fenster- oder Lehmelbier. Der Gerstensaft spielte aber auch im alltäglichen Leben eine große Rolle. Der Tag für jemanden, der in der Landwirtschaft tätig war, bestand nur aus seiner Arbeit und der Gemeinschaft. Nach getaner Arbeit hatte man nicht etwa Freizeit, sondern musste die Gemeinschaftpflegen, und das nicht ohne Grund. Innerhalb der Erwerbsgemeinschaft eines Hofes gab es eine strenge Hierarchie. Damit dieses System funktionierte, musste man sich immer wieder aufs Neue solidarisieren. Das gemeinsame Trinken bis zum Rausch schweißte zusammen. Da am Ende alle betrunken waren, betrachtete niemand diesen Zustand als anstößig. Man könnte das Leben eines mittelalterlichen Bauern als sehr bierselig bezeichnen.

Der blaue Montag. Ganz ähnlich war es bei den Handwerkern im Mittelalter, die in Zünften organisiert waren, wo sich ihr gesamtes Leben abspielte. So wundert es nicht, dass es überall Trinkstuben gab, in denen man Geselligkeit pflegte und sich über hierarchische Schranken hinaus verbrüderte. Auch hier spielten das Bierund der gemeinsame Rausch die entscheidende Rolle. Selbst der Lohn wurde hier, wie auch in der Landwirtschaft, zum Teil in Bier ausgezahlt. Darüber hinaus gab es ein eigenes Regelwerk für das Trinken von Bier, das Trinkkomment: Getrunken wurde nicht nur nach der Arbeit, sondern auch bei Vertragsabschlüssen und beim »Lohnmachen« (Festsetzen des Wochenlohns mit dem Meister). Wollte ein Geselle nach seiner Wanderzeit in eine Bruderschaft aufgenommen werden, musste er zunächst eine Prüfung bestehen, bevor ihm der »Willkomm« gereicht wurde. Heute heißt er Einstand und besteht zumindest auf Baustellen meistens noch immer aus ein paar Kisten Bier. Sehr zum Verdruss der Meister hatten sich die Gesellen das Recht erkämpft, einen Tag in der Woche nicht zu arbeiten. An ihm wurde getrunken, bis man »blau«war. Manchmal jedoch dauerte der blaue Montag sogar bis zum Mittwoch.

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