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Vom deutschen Bier

Von Gästen, Besen und Zapfenstreich. Reisen konnte in früheren Zeiten gefährlich sein, so dass in einer Reiseanleitung u. a. dazu geraten wurde, demonstrativ Waffen zu zeigen und für Zimmertüren Schlösser mitzunehmen. Natürlich war nicht jeder Fremde ein Feind. Doch die Nähe eines Unbekannten barg Konfliktpotenzial, besonders wenn durch ihn das eigene Elend offenbar wurde. Im Mittelalter war nämlich mangels öffentlicher Herbergen ein jeder dazu verpflichtet, Reisende aufzunehmen und zu versorgen. Um Konflikte zu vermeiden, näherte man sich bei einem gemeinsamen Biergelage einander an. Ein Gastgewerbe entstand erst, als die Wirtschaft nicht mehr lokal verhaftet war, die Reisetätigkeit zunahm und die Geldwirtschaft eingeführt wurde. Die kommerzielle Gastlichkeit bestand aus Herbergen zur Versorgung der Reisenden und aus Tavernen (übrigens eine Erfindung der Römer) für den Ausschank des Alkohols. Geöffnet war ein Ausschank, sobald ein Besen, Buschen oder Kranz aushing. Dort konnte dann jeder gegen Bezahlung Bier trinken. Dem Aufkommen der Gaststätten folgten bald erste Verordnungen, die unter anderem Abgaben und Schankzeiten regelten. Da diese Verordnungen nur lokale Geltung hatten, gab es sehr viele davon. Einheitlich war ab dem 16. Jahrhundert nur das Ende der Schankzeiten. Laut der Berliner Brauereiordnung von 1577 durfte nach neun Uhr abends kein Bier mehr ausgeschenkt werden. War die Zeit gekommen, ertönten Trommeln und ein Amtsdiener betrat jede Schankstube und machte mit Kreide einen Strich auf den Zapfhahn, der es dem Wirt unmöglich machte, weiter zu zapfen, ohne aufzufallen. Die ursprüngliche Form des Gasthauses war übrigens die private Küche mit einem Kamin, um den sich Gast und Familie gruppierten. Das änderte sich erst im 18. Jh., als man Küche und Gastraum trennte. Doch der Gastraum blieb privat mit Kamin und ohne Theke; die kam erst ein Jahrhundert später auf.

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