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Forschung im Archiv:

Für den Archivbesuch empfehle ich (nach Bedarf) die folgenden Gegenstände mitzunehmen:

  • Kleingeld zum Bezahlen der Archivgebühr aber auch zum Beispiel für Kopien, Garderobenspind, Getränkeautomat, etc.
  • Verpflegung falls es in der direkten Umgebung des Archivs keine Restaurants oder Geschäfte gibt, denn man möchte man die Zeit eher für die Forschung nutzen als mit die Nahrungssuche verwenden
  • Bleistift und/oder Kugelschreiber für Ihre Notizen oder zum Ausfüllen von Bestellzetteln
  • Papier/ Schmierzettel für Notizen
  • Laptop, evtl. Verlängerungsschnur bzw. Mehrfachsteckdose, da oftmals nur wenige oder vom Arbeitsplatz weit entfernte Steckdosen vorhanden sind
  • Die vorbereiteten Notizen mit den Angaben wer, wann, wo und was gesucht wird
  • Evtl. Kopien von Dokumenten, die schon vorliegen und für diese Forschung wichtige Angaben enthalten
  • Digitalkamera, Stativ falls das Fotografieren erlaubt ist
  • Lupe hilft beim Entziffern von alten handschriftlichen Einträgen. Viele Archive verleihen sie sonst auch
  • (Taschen-)Atlas zum Beispiel um Wohnorte der Vorfahren geografisch einordnen zu können, wenn man mit der Region nicht vertraut ist
  • ABC-Vergleichstafeln zum Entziffern alter Handschriften
  • Taschenrechner ist hilfreich zur Bestimmung des Geburtsjahres da in Kirchenbucheinträgen oft ein Alter steht
  • Evtl. Latein-Wörterbuch bei Forschungen in katholischen Kirchenbüchern
  • Evtl. Fremdsprachen-Wörterbuch bei Forschungen im Ausland
    (Diese Utensilien sind nicht unbedingt dringend notwendig, können jedoch je nach Ausstattung des Archivs bzw. abhängig vom Forschungsziel äußerst hilfreich sein.)

Ankunft im Archiv:

Wenden Sie sich an einen Mitarbeiter des Archivs, zum Beispiel die Lesesaalaufsicht (in größeren Archiven) oder auch den ehrenamtlichen Archivar (kleineren Archiven), um sich anzumelden. Die meisten Archive erfordern beim ersten Besuch das Ausfüllen eines Benutzerantrages, der meistens nur für das aktuelle Jahr gilt. Bei anderen Archiven genügt das einfache Eintragen des Namens in eine Besucherliste. In wiederum anderen Archiven ist keines von beidem notwendig. Bitte beachten: Falls Sie im Auftrag einer anderen Person forschen benötigen Sie möglicherweise eine Vollmacht von dieser Person, die hier bei der Anmeldung vorgezeigt oder evtl. in Kopie abgegeben werden muss.

Garderobe:

Viele Archive haben getrennte Garderobenbereiche und einige bieten auch Schließfächer für die Benutzer an, damit dort Jacken, Taschen und andere mitgebrachte Gegenstände eingeschlossen werden. Diese Vorschrift dient vor allem dem Schutz der Archivalien gegen Diebstahl und Beschädigung etc. Ebenso ist generell der Platz in Archiven oft eingeschränkt. Die benötigten Utensilien (siehe oben) können selbstverständlich mit in den Lesesaal genommen werden.

Moderne Archive sind meist klimatisiert, um optimalen Bedingungen notwendig für den Erhalt der Archivalien zu schaffen. Bei älteren Gebäuden funktioniert evtl. die Heizung nicht so gut oder es ist im Sommer sehr warm in den Forschungsräumen. Wenn Sie dazu neigen, dass Ihnen leicht kühl wird, sollten Sie evtl. auch an eine Strickjacke denken. Die kann zur Not im Spind gelassen werden, sollte sie nicht benötigt werden.

Beratung, Bestellung, Forschung:

Falls die Vorbestellung nicht möglich oder nicht notwendig ist, sollte dies als erster Schritt im Archiv erledigt werden. In größeren Archiven gibt es oft einen Beratungsdienst für die Besucher, wo Fragen über generelle Forschungsmöglichkeiten beantwortet werden. Hier wird auch bei der Navigation durch die Bestände und Findbücher sowie beim Ausfüllen der passenden Bestellzettel gerne geholfen.

Aber auch in den kleineren Archiven findet sich immer ein freundlicher Mitarbeiter, der bei der Bestellung behilflich ist. Hier greift der zuständige Archivar oft noch selbst in den Schrank und gibt die benötigten Unterlagen, Kirchenbücher etc. direkt an die Benutzer heraus.

In größeren Archiven kann es zu nicht unerheblichen Wartezeiten von schlimmstenfalls einigen Stunden kommen. Man kann die Zeit nutzen, um sich mit den Archivbeständen vertraut zu machen.

Bei der Ahnenforschung wird man über kurz oder lang mit alten Handschriften konfrontiert. Zu diesem Thema gibt es diverse Bücher, Hefte und Webseiten, die Vordrucke mit Beispielen der verschiedenen Schreibweisen sowie deren Entwicklung über die Jahrhunderte liefern. Manche Archive haben Kopien von Vergleichstafeln zwischen den alten und der aktuellen Schreibweise vorliegen, aber man sollte sich nicht darauf verlassen. Die Archivangestellten stehen bei Leseschwierigkeiten natürlich hilfreich zur Seite, jedoch sind deren Kapazitäten generell begrenzt, so dass außer einer kurzen Einweisung meist nicht viel Unterstützung bei der Forschung oder dem Entziffern einzelner Dokumente geleistet werden kann. Häufig finden sich freundliche Mitforscher, die gerne mal einen Blick über die Schulter werfen und bei den ersten Versuchen hilfreich zur Seite stehen.

Aber bitte daran denken: Die hilfreichen Archivbenutzer bzw. Mitforscher sind gerne kurz behilflich sind aber selbst zum Zwecke der eigenen Forschung im Archiv.

Aber keine Bange: Übung macht auch hier den Meister. Die meisten Kirchenbucheinträge ähneln sich vom Wortlaut und Inhalt her, so dass man recht bald auch alleine gut zurechtkommt.

Reproduktionen, Kopien:

Die Original-Dokumente gehören dem Archiv und bleiben auch dort. Sie können nicht mitgenommen werden! Die meisten Archive bieten jedoch die Möglichkeit Kopien, Digitalfotos oder anderen Reproduktionen anzufertigen.

Ideal ist es natürlich, wenn das Anfertigen von Digitalfotos oder Kopien erlaubt ist. Vorsicht: Immer mehr Archive untersagen das Fotografieren und bieten Kopierdienste an, die oftmals recht teuer sind. Archive berechnen im Schnitt zwischen € 0,50 und bis zu € 6,00 pro DIN A 4 Kopie plus einer Bearbeitungsgebühr. Zu beachten gilt ebenso, dass für den Kopierauftrag oftmals längere Wartezeiten von bis zu einigen Wochen anfallen können.

Aber besonders bei wichtigen Dokumenten, die entweder einen emotionalen Wert haben oder aber die Forschung maßgeblich voranbringen, sollte man nicht an der falschen Stelle sparen. Auch Einträge, die sich im Moment (noch) nicht entziffern lassen, sollte man kopieren, um später noch einmal einen Blick darauf werfen zu können. Man bedenke: eine Extrakopie ist in jedem Fall billiger als ein weiterer Archivbesuch, falls eine wichtige Information fehlt.

Wenn Kopien gewünscht werden, sollte früh geklärt werden, wie lange der Kopierdienst benötigt. In einigen Archiven bekommt man unter gewissen Umständen seine Kopien am selben Tag ausgehändigt. Dies gilt es zu klären und die Forschung darauf auszurichten. So können zusätzliche Wartezeiten und Kosten für Porto vermieden werden.

Allgemeines zum Verhalten im Archiv:

In den seltensten Fällen ist man der einzige Benutzer eines Archivs. Meist trifft man dort auf andere Ahnenforscher, Historiker, Wissenschaftler, Studenten, Schriftsteller usw. Alle versuchen, konzentriert zu arbeiten. Dies sollte berücksichtigt und daher nach Möglichkeit auf laute Gespräche verzichtet werden. Die Mitforscher sind für die Rücksichtnahme dankbar.

Weitere Regeln für den Umgang mit Originaldokumenten:

  • Bitte die Archivalien sorgsam behandeln!
  • Manche Archive bieten Handschuhe zur schonenden Handhabung an. Ansonsten gilt: Bitte die Unterlagen nur mit sauberen Händen anfassen.
  • Speisen und Getränke sind nicht erlaubt!
  • Keine Dokumente ändern! Es dürfen keine Namen unterstrichen, Angaben oder Daten verbessert, Seitenzahlen hineingeschrieben oder weiterführende Forschungsergebnisse hinzugefügt werden.

Das Einhalten dieser Regeln führt dazu, dass wir auch weiterhin noch möglichst lange in Originaldokumenten forschen können und auf Dauer nicht unsere Zeit nur noch vor Mikrofilmlesegeräten verbringen müssen.

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