-

Ancestry

Zehn häufige Fehler bei der Ahnenforschung und wie sie vermieden werden können
von Terry und Jim Willard

Der berühmte Autor Alfred Sheinwold verfasst Bücher über das Kartenspiel Bridge und schrieb einmal: „Lernen Sie so viel wie möglich aus den Fehlern anderer Personen. Sie haben nicht genug Zeit, alle Fehler selbst zu machen.“

Das gilt auch für Genealogie oder Ahnenforschung. In den 25 Jahren, in denen wir Genealogie gelehrt und Workshops abgehalten haben, sind uns vermutlich alle Fehler begegnet, die Anfänger – und auch einige fortgeschrittenere Interessenten – der Ahnenforschung machen können.

Mit nur einigen einfachen Vorschlägen und unserer Erläuterung der zehn häufigsten Fehler können Sie und alle Genealogen diese Fallen vermeiden. Denn auch wenn man nur aus Fehlern schlau wird, sollten Sie bedenken, dass auch die Fehler anderer Leute für Sie hilfreich – und weniger schmerzhaft – sein können.


Fehler 10
Sie zeichnen Ihre Daten nicht in einem Standardformular auf

Informationen, die Sie zusammentragen, müssen – unabhängig von der Art der Daten – immer in ein Standardformular eingetragen werden. Denn nur mit diesem Formular behalten Sie die Übersicht. Viele Anfänger in der Ahnenforschung schreiben ihre Informationen auf Papierservietten, kleinen Zetteln oder Umschlagrückseiten auf und vergessen dann, diese Informationen an der richtigen Stelle des Standardformulars oder des Softwareprogramms einzutragen. Standardformulare sind auch wichtig, wenn Sie Ihre Forschungen einmal an andere Personen übergeben möchten. Doch denken Sie daran: Diese Formulare, ob es sich nun um einen Stammbaum mit fünf Generationen, ein Familiengruppenblatt oder ein anderes standardmäßiges Forschungsformular handelt, sind nur vorläufige Aufzeichnungen für zukünftige Forschungen. Sie sind nicht das fertige Projekt.


Fehler 9
Sie übersehen die Geschwister der Vorfahren, nach denen Sie suchen

Wenn Anfänger einen Fünf-Generationen-Stammbaum für ihre Einträge nutzen, verlassen sie sich häufig zu schnell auf das Formular und übersehen die Seitenlinien. Doch diese Personen können Ihnen wichtige Hinweise für Ihre Forschung geben. Wenn Sie beispielsweise eine Volkszählung erforschen, können die Eltern eines Vorfahren möglicherweise mit einem ihrer anderen Kinder zusammen erfasst sein. So erhalten Sie nicht nur die Namen der Eltern, sondern auch eine Positionierung der Eltern, die zu zusätzlichen Informationen führen kann.

Die Erforschung von Seitenlinien kann auch zur Entdeckung eines bisher unbekannten Verwandten führen, der sich auch mit der Herkunft der Familie beschäftigt. Diese entfernten Cousins oder Cousinen sind manchmal der große Durchbruch, auf den Sie die ganze Zeit gewartet haben.


Fehler 8
Sie übersehen die Mädchennamen der weiblichen Vorfahren

Viele Anfänger vergessen, den Mädchen- oder Geburtsnamen der weiblichen Vorfahren in die Suche mit einzubeziehen. Es ist verlockend, die weiblichen Vorfahren und Verwandten mit den Namen ihrer Ehemänner zu kennen, die Daten entsprechend aufzuzeichnen und die gesamte Linie anschließend zu ignorieren. Auch wenn Sie die Linien der weiblichen Vorfahren nicht in Ihr Projekt mit einbeziehen möchten, sollten Sie die Mädchennamen dennoch aufzeichnen. Diese können in zukünftigen Forschungen manchmal von Wert sein, weil einige Familien in den USA den Mädchennamen der Mutter als Zweitnamen für den ältesten Sohn benutzen. So können Sie dann den richtigen männlichen Vorfahren einfacher identifizieren, wenn einmal zwei oder mehr Möglichkeiten bestehen.


Fehler 7
Sie nehmen an, dass Sie mit einer berühmten Person verwandt sind, die den gleichen Nachnamen trägt

Menschen, die einen Nachnamen wie Bach, Luther, oder Bismarck haben, nehmen gern an, dass sie mit dieser berühmten Persönlichkeit verwandt sind. Basierend auf dieser Annahme beginnen sie dann ihre Forschungen und versuchen, eine Verbindung von der berühmten Person zu sich selbst herzustellen. Dies ist jedoch kein guter Forschungsansatz. Sie müssen mit sich selbst beginnen, in der Zeit zurückgehen, die Verbindungen zwischen den einzelnen Generationen überprüfen und aufzeichnen, wo Sie diese Informationen gefunden haben. Und erst, wenn Sie dann eine Verbindung zu der berühmten Persönlichkeit herstellen können, haben Sie das große Los gezogen.


Fehler 6
Sie überspringen eine Generation

In vielen Familien ist es häufig so, dass die männlichen Vorfahren in drei oder mehr Generationen denselben Namen tragen. Das kann dazu führen, dass ein Anfänger einen männlichen Vorfahren als Vater einträgt, obwohl er eigentlich der Großvater ist. Auf diese Weise wird schnell eine Generation übersprungen. Damit Sie solche Fehler nicht begehen, sollten Sie so viele Daten wie möglich sammeln und die unbekannten Fakten (wie Daten und Ortsnamen) sorgfältig evaluieren.


Fehler 5
Sie nehmen an, dass für einen Familiennamen nur eine einzige Schreibweise existiert

Anfänger denken häufig, dass ihre Namen schon immer so geschrieben wurden wie in ihrer derzeitigen Generation. Das stimmit aber nicht. Zum Beispiel, der Name Meyer kann auf verschiedene Arten geschrieben werden: Meier, Mayer und sogar Maier. Wenn wir alphabetisch durch einen Index gehen, um nach diesem Familiennamen zu suchen, überprüfen wir mittlerweile all diese Variationen, da sich Informationen auch dort verstecken können, wo man sie am wenigsten erwartet. Eine der besten Übungen für Neulinge bei der Genealogie ist es, den Namen, den sie erforschen möchten, auf so viele (phonetische) Arten wie möglich zu schreiben. Auch wenn die Forschung nach mehreren Varianten des Familiennamens mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, werden die Ergebnisse den Aufwand garantiert wert sein.


Fehler 4
Sie ziehen trotz unzureichender Belege Schlussfolgerungen

Bei der Ahnenforschung dreht sich alles um Nachweise. Wenn Sie Ihre Forschungen korrekt betreiben möchten, müssen Sie mit sich selbst beginnen und in der Zeit zurückgehen, Generation für Generation. Wichtig für den Erfolg ist der schlüssige Nachweis der Verbindungen zwischen den Generationen. Wie ein guter Detektiv müssen Sie Beweise sammeln, sie im Kontext beurteilen und auf ihrer Grundlage zu einer Schlussfolgerung gelangen. Wenn Sie Ihr Ergebnis jedoch auf unzureichenden Nachweisen gründen, bringen Sie Ihr gesamtes Projekt in Gefahr. Es ist oft hilfreich, zuerst eine „Arbeitstheorie“ zu entwickeln. Wenn Sie sich hinsichtlich einer Beziehung – Ehemann/Ehefrau, Elterteil/Kind, Geschwister – unsicher sind, können Sie eine Theorie oder Hypothese aufstellen. Aber eine Schlussfolgerung ist erst möglich, wenn Sie genügend Beweise gefunden haben, um Ihre Theorie zu untermauern.


Fehler 3
Sie erforschen die falsche Familie

Ein Forscher trifft schnell die falsche Annahme, dass eine Verbindung zwischen zwei Personen besteht, und führt seine Forschungen von dort weiter. Wir haben Fälle gesehen, in denen bis zu zehn Generationen korrekt und detailliert erforscht wurden – aber leider handelte es sich um die falsche Familie. Diese Personen haben viel Zeit und Energie darauf verwendet, einen falschen Stammbaum zusammenzustellen. Unser Vorschlag: Fahren Sie erst mit der nächsten Generation fort, wenn Sie konkrete Beweise für eine Verbindung zwischen diesen beiden Generationen haben.


Fehler 2
Sie verlassen sich auf Online-Daten aus einem Stammbaum

Auch wenn das Internet eine fantastische Hilfe bei genealogischen Forschungen ist, indem es dem Computerkundigen Milliarden von Namen zur Verfügung stellt, kann es auch eine gefährliche Quelle für Fehlinformationen sein. Aufgrund seiner weltweiten Erreichbarkeit kann sich ein Bruchteil einer falschen Information, die auf einer Website veröffentlich wird, schnell schädlich auf mehrere Forschungsprojekte auswirken. Deshalb sollten Sie als Ahnenforscher die entsprechenden Internetquellen zuerst einmal mit einer gesunden Dosis Skepsis betrachten. Denn nur weil Sie die Informationen im Internet gefunden haben, sind sie noch längst nicht korrekt.


Fehler 1
Sie dokumentieren Ihre Quellen nicht

Den allergrößten Fehler bei Ihren genealogischen Forschungen begehen Sie, wenn Sie nicht aufzeichnen, wo Sie Ihre Informationen gefunden haben. Unsere eigene individuelle Forschung betreiben wir nicht nur zu unserem eigenen Nutzen, sie ist viel mehr Teil eines viel größeren Projekts. An einem bestimmten Punkt wird unsere Forschung – wenn sie es noch nicht ist – zu einem Teil einer riesigen Datenbank. Hunderte oder vielleicht sogar Tausende werden in den kommenden Jahrzehnten auf unsere Daten zugreifen. Wir sind es ihnen schuldig, unsere Forschungen akkurat zu betreiben und aufzuzeichnen, wo wir sie gefunden haben. Denn nur so lassen sich Ungenauigkeiten vermeiden.


Terry und Jim Willard präsentierten die zehnteilige Fernsehserie „Ancestors“ auf PBS. Sie haben fünfzehn Generationen beider Seiten ihrer Familie erforscht.

Ancestry-Newsletter

Lernen Sie über neue Aufzeichnungssammlungen und Merkmale, erhalten Sie Ratschläge von Experten, lesen Sie Erfolgsgeschichten und mehr.
Kostenlos anmelden

Ancestry-Newsletter

Klicken Sie auf einen der Links, um die letzten Newsletter zu lesen.

- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
  ...mehr

Beginnen Sie mit Ihrem Familienstammbaum

Stammbäume sind der ideale Platz, um Ihre gefundenen Informationen zu speichern und organisieren.

Klicken Sie hier, um jetzt Ihren Familienstammbaum zu erstellen.