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Grundlagen von GEDCOM

In Diskussionen zum Thema Genealogie ist überall die Rede von GEDCOM. "Haben Sie ein GEDCOM?" "Können Sie mir das als GEDCOM zukommen lassen?" "Ich brauche eine GEDCOM-Datei". " .. Aber was ist eigentlich GEDCOM?"

GEDCOM ist zweierlei. Zunächst handelt es sich dabei um eine Spezifikation für eine Computerdatei mit familiengeschichtlichen Informationen, die Eigentum des GEDCOM-Projekts der Abteilung Familien- und Kirchengeschichte der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (LDS-Kirche) ist und von diesem Projekt verwaltet wird.

GEDCOM ist ein Akronym für "GEnealogy Data COMmunication.COMmunication." In diesem Kontext ist es ein Satz von Regeln für die Vorbereitung familiengeschichtlicher Informationen für den Austausch.

Zweitens bezeichnet GEDCOM eine Computerdatei, die dieser Spezifikation entspricht. Dieser Dateityp wird für den Austausch genealogischer Daten zwischen verschiedenen Genealogie-Programmen, wie etwa Legacy oder Family Tree Maker, verwendet. Diese Spezifikation wurde ursprünglich 1985 entwickelt, die aktuelle Version hat die Nummer 5.5. Es ist mittlerweile acht Jahre her, dass ich ein Genealogie-Programm gesehen habe, das keine GEDCOM-Dateien lesen oder schreiben konnte.

Viele Einsteiger glauben, dass es sich bei GEDCOM um eine Art von Branchenstandard für den Datenaustausch handelt. Dies ist nicht richtig. Eine GEDCOM-Datei wird von Mitgliedern der LDS-Kirche auch dazu verwendet, der Kirche Angaben über ihre Familien zu übermitteln – und dies ist ihr ursprünglicher Zweck. Familienhistoriker haben GEDCOM "angenommen", um auch untereinander Informationen über ihre Familien auszutauschen.

Fast immer, wenn ich höre, wie sich ein Genealoge über die "Mangelnde Eignung von GEDCOM" beklagt, stellt sich heraus, dass er Probleme hat, wenn er GEDCOM für genealogische und nicht für religiöse Zwecke nutzt.


Verwendung von GEDCOM
Die Spezifikation beschreibt eine Liste von "Tags", wie etwa INDI für eine Einzelperson, BIRT für eine Geburt, DATE für ein Datum usw. Sie beschreibt auch die Beziehungen zwischen den verschiedenen Tags. Ein Beispiel für eine Beziehung zwischen zwei Tags: DATE kann zusammen mit BIRT ein Datum einer Geburt zuordnen.

GEDCOM 6.0 unterscheidet sich erheblich von allen früheren Versionen. Diese Version ist eine XML-Spezifikation. XML steht für eXtensible Markup Language, ähnlich wie die HyperText Markup Language (HTML), die für die Erstellung von Internetseiten gebraucht wird.

GEDCOM ist ein Textformat. Ein Mensch kann es lesen, es sieht aber wie ziemliches Kauderwelsch aus. Hier sehen Sie ein Beispiel für die Beschreibung einer Person im GEDCOM-Format:

0 @I1@ INDI
1 NAME William Jefferson (Blythe)/Clinton/
1 SEX M
1 BIRT
2 DATE 19. August 1946
2 PLAC Hope,Hempstead Co,AR
1 NOTE Bill Clinton wurde als William Jefferson Blythe IV geboren. Sein Familienname
2 CONT wurde am 12. Juni 1962 in Garland
2 CONT Co, Arkansas zu "Clinton" geändert.
1 NOTE Er wurde am 20. Januar 1993 als 42.
2 CONT Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt.
1 FAMS @F1@
1 FAMC @F2@

Bitte beachten Sie, dass jede Zeile mit einer "Ebenennummer" beginnt, gefolgt von einem "Tag" und einem möglichen Wert. Die Zeilen der Ebene 2 gehören zu der Zeile der Ebene 1 darüber usw.


Warum verwenden wir GEDCOM?
Genealogie-Programme speichern Ihre Informationen in ihren eigenen Tabellenformaten. Diese Formate unterscheiden sich von Programm zu Programm. Um Daten zwischen verschiedenen Genealogie-Programmen austauschen zu können, müssen sie zuerst in ein vermittelndes Format umgewandelt werden. Dieses ist praktisch immer eine Variante von GEDCOM.

Wenn Ihr Genealogie-Programm eine Kopie Ihrer Genealogiedaten im GEDCOM-Format schreibt, "exportiert" es eine GEDCOM-Datei. Wenn es eine Datei im GEDCOM-Format in Ihr Programm einliest, sagt man, dass es eine GEDCOM-Datei "importiert". Sie können eine GEDCOM-Datei exportieren, per e-Mail verschicken und die Empfänger können sie importieren, um Ihre Ergebnisse anzuzeigen. Je nach dem Genealogie-Programm, das Sie verwenden, kann es sein, dass die Empfänger Ihrer Daten diese lesen können oder nicht. Im Allgemeinen funktionieren GEDCOM-Übertragungen gut für Geburten, Eheschließungen und Todesdaten sowie für Beziehungen zwischen Familien (mit korrekten Namen, Daten und Ortsangaben).

Es ist Ihr Genealogie-Computerprogramm, nicht GEDCOM, das die GEDCOM-Import- und Export-Funktionen ausführt. Manche Programme importieren/exportieren nicht jeden Tag, da diese möglicherweise von anderen Programmen erstellt werden.

Viele Genealogie-Programme erstellen aus Ihren Familiendaten eine Webseite. Wenn Ihr Programm dies nicht tut, Sie jedoch aus Ihrem Stammbaum eine Webseite erstellen möchten, kann GEDCOM hierbei helfen. Es gibt verschiedene kostenlose oder Shareware-"GEDCOM-zu-HTML"-Konvertierungsprogramme.

Mein letzter Hinweis zum Thema GEDCOM-Imports und Exports ist ein Gedanke zum Datenschutz. Der Export von Daten zu lebenden Personen sollte absolut ausgeschlossen sein, besonders dann, wenn die Daten im Internet veröffentlicht werden.


Dieser Text basiert auf einem Artikel von Beau Sharbrough in Ancestry Daily News, 29. Januar 2004

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