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Die deutschen Häfen: Das Tor zu Amerika

Der Ausgangspunkt der meisten Auswanderer aus Mittel- und Mittelosteuropa waren die Häfen von Bremen und Hamburg. In den Aufzeichnungen der deutschen Häfen sind die Geburts- oder Wohnorte der Auswanderer festgehalten, Daten, die in den an den Einreisehäfen eingereichten Passagierlisten häufig fehlen. Die Aufzeichnungen deutscher Häfen sind für Familienhistoriker auf der Suche nach ausgewanderten Vorfahren aus Gebieten, die in der Vergangenheit unter deutscher, österreichischer und russischer Herrschaft standen, von größter Wichtigkeit. Erst um 1830 nahm die direkte Auswanderung aus Deutschland beträchtlich zu. Vor dieser Zeit schifften sich fast alle deutschen Auswanderer in Rotterdam, Amsterdam, Antwerpen oder Le Havre nach Amerika ein. Die Verfassung des Deutschen Bundes (1815) garantierte den Bürgern aller deutschen Staaten Bewegungsfreiheit, wozu auch die Auswanderung in andere Länder gehörte. Jedoch konnten die Deutschen nicht einfach ihre Koffer packen und sich auf den Weg machen. Sie mussten zunächst die Staatsbürgerschaft ihres Heimatlandes ablegen. Auf diese Weise konnten die Beamten diejenigen identifizieren, die das Land möglicherweise verlassen wollten, ohne ihre militärischen oder andere Pflichten erfüllt zu haben. Um der Polizei in allen deutschen Staaten weiterhin bei der Identifizierung der Auswanderer zu helfen, wurden die Hafenbehörden angewiesen, alle Passagiere zu registrieren, die vom jeweiligen Hafen in fremde Länder aufbrachen. Die auf diese Weise entstandenen Aufzeichnungen liefern heutigen Familienhistorikern wichtige Informationen zu ihren eingewanderten Vorfahren. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Aufzeichnungen, die in den deutschen Häfen Hamburg und Bremen entstanden sind.


Hamburg
Mit 1,7 Millionen Einwohnern (Zahlen von 1996) und gewaltigen Hafenanlagen, in denen jährlich ca. 11.000 Schiffe anlegen (Website des Statistischen Landesamtes Hamburg: www.statistik-nord.de), ist Hamburg der größte Hafen Deutschlands. Die Stadt ist nicht am Meer, sondern am Ufer der Elbe, einem der größten europäischen Flüsse, gelegen, 109 km von Cuxhaven entfernt, wo die Elbe in die Nordsee fließt. In der mittelalterlichen Deutschen Hanse, einem Handelsverband, der mittel- und osteuropäische Städte zum Zwecke des gegenseitigen Schutzes und Nutzens verband, war Hamburg eine sehr wichtige Stadt. Hamburg spielte eine Schlüsselrolle in Bismarcks Plan, Deutschland zur führenden Industriemacht Europas zu machen. Im 19. und 20. Jahrhundert legten an den Kais der Stadt Schiffe an, die regelmäßig auf allen Ozeanen der Welt verkehrten, insbesondere solche, die Waren aus der und in die Neue Welt brachten. Hamburg blickt auf eine lange Geschichte der Unabhängigkeit zurück und ist heute ein unabhängiger Stadtstaat in der Bundesrepublik Deutschland. Bis ca. 1850 machten sich nur wenige Auswanderer von Hamburg aus auf den Weg in neue Heimatländer. Zu jener Zeit waren Rotterdam, Antwerpen, Le Havre und Bremen/Bremerhaven die Orte, an denen sich die meisten Auswanderer einschifften.


Passagierlisten
Vor 1845 rieten die Verordnungen der Stadt Hamburg den Schifffahrtsgesellschaften davon ab, Auswanderer anzuwerben, die es in fremde Länder zog (J. M. Lappenberg, Sammlung der Verordnungen der Freien und Hanse-Stadt Hamburg seit 1814, Band XI, Hamburg: Johann August Meißner, 1832 ff., S. 104; Band XV, S. 110; Band XIX, S. 42–48). Die Gesetzgebung durch den Stadtrat richtete ab 1845 ein Verwaltungssystem ein, das ab 1848 Passagierlisten und Reisepassregister aufstellte. Hierin waren die meisten Auswanderer dokumentiert, die sich von Hamburg aus in andere Länder einschifften (Lappenberg, Band XX, S. 253). Die frühesten erhaltenen Passagierlisten beginnen im Jahr 1850 und umfassen die Jahre bis 1934. Die Listen nach 1854 sind indiziert, die Listen von 1850–1855 führen jedoch die Passagiere in jedem Jahr in alphabetischer Reihenfolge auf. Nach 1855 wurden zwei Arten von Passagierlisten geführt: indirekte Listen für Auswanderer, die sich zunächst zu anderen europäischen Häfen begaben, um von dort aus in ihre Zielländer auszureisen, und direkte Listen für Auswanderer, die sich ohne Umwege in Hamburg einschifften und von dort aus an ihre Zielorte in anderen Ländern reisten.


Reisepassanträge
Die Hamburger Reisepassanträge umfassen die Jahre 1851 bis 1929, und jeder Band mit Anträgen enthält einen Index. Diejenigen, die in Hamburg einen Pass beantragten, waren Bewohner Hamburgs – einschließlich zahlreicher Auswanderer, die in die Stadt kamen, um Geld für ihre Überfahrt zu verdienen – sowie Menschen, die aus irgendeinem Grund ohne Pass in Hamburg ankamen, der sie dazu berechtigt hätte, den Hafen zu verlassen. Männliche Auswanderer mussten beispielsweise Papiere vorlegen, die bestätigten, dass sie den vorgeschriebenen Militärdienst in ihrem Heimatland nicht abzuleisten brauchten bzw. dass sie ihn bereits abgeleistet hatten. Die Passagierlisten und Reisepassanträge stehen in der Family History Library in Salt Lake City oder einer ihrer zahlreichen Niederlassungen, den LDS Family History-Zentren, auf Mikrofilm zur Verfügung. Sie sind im Katalog der Family History Library unter dem Ortsnamen "Hamburg" und dem Thema "Auswanderung und Einwanderung" zu finden.


Aufzeichnungen zu Wohnsitz und Staatsbürgerschaft
Viele Auswanderer hielten das Reiseticket für ihr Schiff bereits in der Hand, als sie in Hamburg ankamen, da sie es bei einem Schiffsmakler in bzw. in der Nähe ihrer Heimatstadt gekauft hatten. Andere wiederum kamen ohne Ticket an und hofften, in dieser großen Stadt ausreichend Geld zu machen, um ihre Überfahrt bezahlen zu können. Auswanderwillige, die vorhatten, zunächst in Hamburg zu arbeiten, mussten sich polizeilich melden. Einige dieser Menschen haben möglicherweise einen Antrag auf Einbürgerung in der Stadt Hamburg gestellt, da ihnen dies mehr Möglichkeiten zum Handel verschaffte. Die Family History Library beherbergt Mikrofilmsammlungen von Aufenthaltsgenehmigungen und Bürgerschaftsanträgen. Beide Aufzeichnungen sind indiziert. Meldeprotokolle sind im Katalog der Family History Library unter dem Ort "Hamburg" und dem Thema "Beschäftigungen" zu finden. Die Anträge sind basierend auf der Position des Antragstellers in Kategorien eingeteilt: Arbeiter und Dienstboten 1843–1890, Gesellen 1850–1867, Gesinde 1834–1843 und Handwerker und Fabrikarbeiter 1837–1868. "Staatsbürgerschaft" lautet das Thema im Katalog der Family History Library, unter dem auf Mikrofilm gebannte Staatsbürgerschaftsanträge aus Hamburg zu finden sind. Jeder Antragsteller musste Unterlagen aus seiner Heimatstadt vorlegen, in denen Geburtsdatum, Beschäftigung und Status vor seiner Ankunft in Hamburg dokumentiert waren. Diese Aufzeichnungen stehen in der Family History Library und deren LDS Family History-Zentren auf Mikrofilm zur Verfügung. Die Dokumente in der Sammlung tragen den Titel Heimatprotokolle und umfassen die Jahre 1826–1864.


Zusätzliche Aufzeichnungen
Passagierlisten, Reisepassaufzeichnungen, Meldeprotokolle und Heimatprotokolle geben im Allgemeinen Aufschluss über den Namen, das Geburtsdatum, den Geburtsort und die Tätigkeit einer Person. Viele zusätzliche Aufzeichnungen, die außerhalb des Staatsarchivs Hamburg (Staatsarchiv Hamburg, Kattunbleiche 19, 22041 Hamburg) nicht zur Verfügung stehen, liefern Informationen zu Personen, die vor ihrer Auswanderung in die Vereinigten Staaten in Hamburg gelebt haben. Der gewissenhafte Forscher kann das Inventar des Staatsarchivs Hamburg nutzen (Paul Flamme, Peter Gabrielsson und Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Kommentierte Übersicht über die Bestände des Staatsarchivs der Freien und Hansestadt Hamburg, Hamburg: Verlag Verein für Hamburgische Geschichte, 1995), um zusätzliche Aufzeichnungen zu finden und Kopien von Dokumenten anzufordern, die möglicherweise Informationen zu ausgewanderten Vorfahren enthalten. Die wahrscheinlich wertvollsten Aufzeichnungen fallen unter die Kategorie Meldewesen. Die zuvor erwähnten Aufzeichnungen zur Staatsbürgerschaft und zum Wohnort stammen aus diesem Teilabschnitt der Sammlungen im Staatsarchiv.


Bremen
Bremen ähnelt seinem Konkurrenzhafen Hamburg in vielerlei Hinsicht: Die Stadt wurde im 9. Jahrhundert begründet, sie war ein wichtiger Teil der Hanse und ist heute ein unabhängiger Stadtstaat, sie diente Millionen von Auswanderern aus Mittel- und Osteuropa als Einschiffungspunkt für Amerika und ist am Ufer eines großen Flusses gelegen, der in die Nordsee fließt. Die Stadt befindet sich am Ufer der Weser ca. 96 km südwestlich von Hamburg und ca. 48 km südlich von ihrer Tochterstadt, dem Hafen von Bremerhaven an der Mündung der Weser. Da sich der Zugang zu den Hafenanlagen Bremens aufgrund von Schlick im Bett der Weser verschmälerte, erwarben der Bürgermeister und der Senat von Bremen im Jahr 1825 beim König von Hannover Land in der Nähe der Flussmündung, wo ein neuer Hafen für die Schiffe und Handelsleute Bremens entstehen sollte. 1830 war der neu entstandene Hafen, Bremerhaven, bereit, seinen ersten Kunden zu empfangen, den amerikanischen Schoner Draper.


Einschiffen nach Amerika
Bremerhaven wurde bald zum Einschiffungspunkt für die meisten Auswanderer, die Deutschland über Bremen verließen. Zwar konnte das Problem der Schlickansammlung durch massives Umleiten der Weser oberhalb von Bremerhaven schließlich gelöst werden, Bremerhaven blieb jedoch nach wie vor der geschäftigste Auswandererhafen Deutschlands. Die Häfen von Bremen und Bremerhaven sind heute weitaus kleiner als der Hafen von Hamburg, und die Städte haben zusammen 683.096 Einwohner zu verzeichnen (Zahlen von 1993). In ihnen herrscht sehr viel weniger Verkehr als in dem Hafen an der Elbe. In früheren Jahren wurden jedoch Bremen und Bremerhaven als Einschiffungshäfen von den Auswanderern immer wieder Hamburg vorgezogen. Eine mehrere Bände umfassende Studie (1, 13, 24 und 35) von Germans to America (hrsg. von Ira Glazier und P. William Filby, Wilmington, Del.: Scholarly Resources, 1988 ff.) für die Jahre 1850–51, 1859–60, 1870 und 1880 verdeutlicht, dass 38% der Auswandererschiffe, die in den Häfen des Atlantiks und der Golfküste Nordamerikas anlegten, aus Bremen/Bremerhaven stammten. Im Gegensatz dazu kamen nur 17% der Schiffe aus Hamburg, fast so viele wie aus Liverpool (16%) und nur 6% mehr als aus dem französischen Le Havre (11%). Mehr als 80% der Schiffe, die während der erfassten Jahre mit deutschen Auswanderern an Bord ankamen, waren aus diesen vier Häfen ausgelaufen. Peter Marschalck, Begründer eines Inventars von Auswanderungsaufzeichnungen in den Archiven von Bremen, fand heraus, dass in den letzten beiden Jahrhunderten mehr als sieben Millionen Personen über die Häfen von Bremen/Bremerhaven ausreisten, von denen ca. 90% die Vereinigten Staaten zum Ziel hatten (Peter Marschalck, Inventar der Quellen zur Geschichte der Wanderungen, besonders der Auswanderung, in Bremer Archiven, Bremen: Selbstverlag des Staatsarchivs der Freien und Hansestadt Bremen, 1986, S. 15, 49). Aus Marschalcks Tabellen ist ersichtlich, dass ca. 50% dieser Auswanderer – 3,5 Millionen – aus deutschen Staaten stammten, die 1871 zum deutschen Kaiserreich vereint wurden. Gemäß dem Dictionary of American Immigration History (hrsg. von Francesco Cordasco, Methuchen, N.J.: Scarecrow Press, 1990, S. 242) sind "zwischen 1820 und 1980 ... beinah sieben Millionen Deutsche in die Vereinigten Staaten ausgewandert (15% aller US-Einwanderer jener Zeit), dies sind mehr Einwanderer als aus jedem anderen Land". Die Zahlen von Dr. Peter Marschalk umfassen zwar lediglich die Zeit von 1832 bis 1958 (Inventar, S. 47, 51), dennoch wird anhand dieser Zahlen und der Aussage von Cordesco deutlich, dass wahrscheinlich die Hälfte der deutschen Auswanderer nach Amerika ihre Reise in Bremen/Bremerhaven antraten.


Passagierlisten
Der Stadtrat von Bremen ordnete im Jahr 1832 an, dass Transportunternehmen für Auswanderer dem Auswanderungsamt der Stadt eine Liste aller Passagiere vorzulegen hatten. Diese enthielten den Namen, das Alter, die Beschäftigung und den Geburtsort der Auswanderer. Zwischen 1875 und 1909 wurden die Passagierlisten ab 1832 aufgrund von Platzmangel von Stadtarchivaren vernichtet, und die Listen, die Aufschluss über die Auswanderung in den Jahren 1910 bis 1920 gaben, wurden im Zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen der Alliierten auf Bremen zerstört (Inventar, S. 10). Die Passagierlisten von 1921 bis 1939 stehen im Handelskammerarchiv in Bremen (Haus Schutting, Am Markt 13, 28195 Bremen) zur Verfügung. Sie sind nicht indiziert, die Mitarbeiter des Archivs durchsuchen sie jedoch auf Anfrage. Weitere Aufzeichnungen können als Ersatz für die fehlenden Passagierlisten verwendet werden. Einige aus Bremen/Bremerhaven stammende Schiffe übergaben den US-Beamten am Ausschiffungspunkt Kopien der ausführlichen Listen, die in Bremen für die Behörden vorbereitet worden waren. Gary Zimmerman und Marion Wolfert haben in New York abgegebene Passagierlisten aus Bremen/Bremerhaven in ihrem vierbändigen Werk Lists of Passengers Bound from Bremen to New York, 1847–67, with Places of Origin (Baltimore: Genealogical Publishing Co., 1985–88) indiziert. Germans to America bietet außerdem Aufschluss über Herkunftsorte, da diese in Passagierlisten aufgeführt sind, die in den Häfen des Atlantiks und der Golfküste eingereicht wurden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der Deutschen, die über Bremen/Bremerhaven auswanderten, ab, wohingegen die Zahl der Russen, Polen und anderer slawischer Völkergruppen zunahm. Unter ihnen befanden sich die so genannten "Russlanddeutschen", Nachfahren deutscher Auswanderer, die, anfangs auf Einladung der Kaiserin Katharina der Großen (die selbst Deutsche war), deutsche Volkskolonien entlang der unteren Wolga und der nördlichen Schwarzmeerküste gegründet hatten. Viele dieser Auswanderer finden sich in der neuen Reihe von Ira Glazier, Migration from the Russian Empire: Lists of Passengers Arriving at the Port of New York (Baltimore: Genealogical Publishing Co., 1995 ff.) wieder.


Quellen für andere Aufzeichnungen
Die Stadtarchive von Bremen und Bremerhaven beherbergen Aufzeichnungen, die dazu beitragen können, die durch den Verlust der Passagierlisten entstandenen Lücken zu füllen. Leider verfügt die Family History Library über nur wenige dieser Aufzeichnungen. Familienhistoriker können sich an die Archive in Bremen und Bremerhaven wenden und um Kopien der Aufzeichnungen zu ihren Vorfahren bitten. Wenn Forscher Vorfahren in Passagierlisten gefunden haben, die beispielsweise in US-Häfen registriert waren, können sie über das Ankunftsdatum und den Namen des Schiffs in den Aufzeichnungen in Bremen und Bremerhaven weitere Gegebenheiten zu ihren Vorfahren und die Art ihrer Reise in Erfahrung bringen. Das Staatsarchiv der Freien Hansestadt Bremen (Am Staatsarchiv 1, 28203 Bremen, Deutschland) verfügt über Duplikate zu Passagierlisten von zahlreichen Schiffen, die in Rechtsfälle verwickelt waren. Der Forscher kann den Mitarbeitern des Archivs den Namen des Schiffs und das Ankunftsdatum mitteilen und sie bitten, das Inventar des Archivs zu durchsuchen, um festzustellen, ob es noch eine Passagierliste zu dem gewünschten Schiff gibt. Mit denselben Informationen findet das Deutsche Schifffahrtsmuseum (Hans-Scharoun-Platz 1, 27568 Bremerhaven) möglicherweise das Logbuch des Schiffs für die Fahrt, die die Vorfahren nach Amerika gebracht hat. In diesem Museum wird die Geschichte der deutschen Seefahrt vom Mittelalter bis zur Gegenwart dargestellt und bewahrt. In seiner Sammlung befinden sich Logbücher von Schiffen, Fotografien und Pläne von deutschen Auswandererschiffen.

Wenn Vorfahren auf einem Auswandererschiff geboren wurden oder starben, wurde dies beim Seemannsamt in Bremen dokumentiert. Diese hilfreichen Unterlagen enthalten Informationen zu registrierten Geburten und Todesfällen an Bord von Bremer Schiffen. Die Manuskripte werden im Staatsarchiv Bremen aufbewahrt; die Einträge geben häufig Aufschluss über den Herkunftsort der Eltern der an Bord geborenen Kinder oder von verstorbenen Personen: Die Register-Nummer 4,24-D.5 des Archivs enthält die Geburten der Jahre 1868–1883 und 1903–1911; die Register-Nummer 4,24-D.6 umfasst Geburts- und Sterbeurkunden der Jahre 1875–1935 und 1936–1941 (jedoch nur für Namen, die mit H, K und V beginnen); unter der Register-Nummer 4,24-D.7 sind die Sterbefälle von 1845 bis 1875 und unter der Register-Nummer 4,24-D.8 die Sterbefälle von 1834 bis 1937 zu finden; nach 1850 stellen diese Bände den Index der unter 4,24-D.9 (1850–1937) zu findenden Sterbeprotokolle und der in Schiffslogbüchern eingetragenen Todesfälle unter 4,24-D.12 (1876–1941) dar. Wenn Vorfahren sich auf der Fahrt nach Amerika als Schiffsmitarbeiter verdingten, wurde auch das Seemannsamt kontaktiert. Hier werden ebenfalls Kopien von Mitarbeiterlisten von Bremer Schiffen aufbewahrt, die häufig den Geburtsort einer Person enthalten. Forscher, die sich mit der Bitte um Informationen zu Geburten, Todesfällen oder Tätigkeiten als Schiffsmitarbeiter an das Stadtarchiv wenden, sollten die Namen der gesuchten Personen und, sofern bekannt, das Geburts- oder Sterbedatum oder die Art der Tätigkeit angeben.

Eine weitere wichtige Sammlung von Aufzeichnungen im Stadtarchiv Bremen ist Entlassungen von Bewohnern des Landgebiets aus dem bremischen Staatsverband wegen Auswanderung 1854–1906 (Register-Nummer 4, 17-33.D.8). Dies sind Aufzeichnungen zur Aufgabe der Staatsbürgerschaft von Bewohnern der Region Bremens, durch die sie die Erlaubnis erhielten, auszuwandern. Darunter befinden sich auch die echten Anträge zur Aufgabe der Staatsbürgerschaft. Diese Akten enthalten möglicherweise Informationen zu den Herkunftsorten der Antragsteller sowie den Namen und das Alter anderer Familienmitglieder. Dies sind nur einige Beispiele der vielen Aufzeichnungen zu Auswanderern, die über Bremen in die Vereinigten Staaten reisten oder vor der Abreise eine Zeit lang in Bremen lebten und arbeiteten. Die beste Quelle, um sich über all diese Aufzeichnungen zu informieren, ist das Inventar der Quellen zur Geschichte der Wanderungen, besonders der Auswanderung, in Bremer Archiven von Marschalck. Das Buch wird nach wie vor gedruckt und ist über das Staatsarchiv Bremen erhältlich.

Das Seestadt Bremerhaven Stadtarchiv (Postfach 21 03 60, 27524 Bremerhaven) bewahrt ebenfalls Aufzeichnungen auf, anhand deren Vorfahren identifiziert werden können, die über Bremen/Bremerhaven auswanderten. Die vielleicht wichtigsten sind im Inventar des Archivs unter der Überschrift "Meldewesen" aufgeführt. Viele von ihnen sind indexiert, wurden im Jahrzehnt von 1850 bis 1860 begonnen und enthalten Informationen zu Personen, die bis 1920–1930 in der Gegend lebten. Es sind Aufzeichnungen zu Personen, die nach Bremerhaven zogen oder die Stadt und ihre Umgebung verließen. Wenn Vorfahren in Bremerhaven blieben, um Geld für die Reise zu verdienen, oder wenn sie längere Zeit warten mussten, bis auf einem Schiff ein Platz für sie frei wurde, ist es wahrscheinlich, dass sie in der Stadt gemeldet waren. Die Mitarbeiter des Archivs suchen in den Indizes nach Namen von Vorfahren, die möglicherweise über Bremen/Bremerhaven ausgewandert sind. Forscher sollten den Namen des ausgewanderten Vorfahren und das ungefähre Datum seiner Abreise angeben. Wenn mehr Informationen bekannt sind – zu Familienmitgliedern, Beschäftigung usw. –, sollten diese ebenfalls bei einer Anfrage zur Durchsuchung der Archiv-Indizes angegeben werden.


-- Raymond S. Wright III ist Professor an der Brigham Young University in Provo, Utah, USA, wo er Ahnenforschungsmethoden, europäische Familiengeschichte und deutsche und lateinische Paläografie unterrichtet.

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