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Ancestry

Familiengeschichte leicht gemacht: Schritt für Schritt

Schritt 1: Los geht’s

von Terry und Jim Willard

Nur wenige Hobbys sind so spannend wie die Genealogie. Menschen, die sich mit ihrer Familiengeschichte befassen, finden sich schnell auf einer Reise, die sie an unerwartete Orte führt: Ein Besuch in der ursprünglichen Heimat ihrer Familie kann dabei helfen, herauszufinden, wer sie wirklich sind. In diesem Artikel begleiten wir Sie Schritt für Schritt auf Ihrer Reise. Sie erfahren, wie Sie Ihr Hobby beginnen, wie Sie bereits bekannte Informationen aufzeichnen, wo Sie unbekannte Informationen finden, welche Ansprechpartner Ihnen zur Verfügung stehen, falls Sie einmal nicht weiterkommen, und auch, wie Ihr Computer Ihnen bei der Suche behilflich sein kann. Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise und lernen Sie Ihre Vorfahren kennen.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Der erste Schritt in der Genealogie sind Sie selbst. Stellen Sie sich Ihre Familiengeschichte als eine Sammlung aus Personen vor, von denen Sie eine sind und die alle in ihrem Leben mit einer Reihe einfach identifizierbarer Ereignisse konfrontiert waren. Zu diesen Ereignissen gehören (logischerweise) Geburt, Taufe, Schulbildung, Heirat, Militärdienst, Arbeit, Tod und Beerdigung. Diese Abschnitte sind uns meist so wichtig, dass üblicherweise Dokumente und Nachweise existieren. Und aus diesen Dokumenten setzt sich die Genealogie zusammen. Starten Sie Ihr Projekt damit, alle Informationen aufzuschreiben, die Sie über die einzelnen Abschnitte in Ihrem eigenen Leben haben. Dazu gehört Folgendes: Wer ist die Person? Welches Ereignis hat stattgefunden? Wann und wo hat das Ereignis stattgefunden? Welche Nachweise gibt es für dieses Ergebnis (welche Informationsquelle)? Bei der Aufzeichnung dieser Informationen sollten Sie sich an einige Richtlinien halten.


Erfassen der Informationen:
Wer.
Schreiben Sie denn vollständigen Namen, einschließlich aller Zweitnamen und relevanter Titel (Doktor, Kapitän, Pfarrer) auf. b.) Die Schreibweise ist sehr wichtig. Der Name sollte genau so aufgeschrieben werden, wie er in der Informationsquelle gefunden wurde. Während Ihrer Forschungen stoßen Sie möglicherweise auf zwei, drei oder mehr Versionen desselben Familiennamens. Notieren Sie all diese Varianten, da diese später noch wichtig werden können. c.) Nutzen Sie bei Frauen immer den Mädchennamen, niemals den Namen ihres Ehemanns. Nur so können Sie Informationen über ihr Leben vor und nach der Hochzeit sammeln. Wenn Sie nur den Nachnamen des Ehemanns kennen, schreiben Sie ihn in Klammern, z B. Ingrid (Schmidt). So wissen Sie auch später noch, dass Sie die Identität dieser Frau noch genauer prüfen müssen. d). Schreiben Sie auch alle Spitznamen auf, die Sie während Ihrer Forschungen entdeckt haben. Nutzen Sie dafür Anführungszeichen. Wenn Ihr Onkel Willi richtig Wilhelm hieß, sollten Sie dies als Wilhelm „Willi“ Karl Schmidt aufzeichnen. Manchmal führt ein Spitzname zu weiteren Informationsquellen.

Was. Identifizieren Sie das Ereignis so deutlich wie möglich. Wenn Sie beispielsweise einen Schulabschluss als Ereignis aufzeichnen, geben Sie an, um welche Art Abschluss es sich handelt. b.) Nutzen Sie Standardabkürzungen für Ereignisse, wie „geb.“ für „geboren“ oder „get.“ für „getauft“. Wenn Sie Ihre eigenen Abkürzungen entwickeln, stellen Sie sicher, dass eine Person, die Ihre Aufzeichnungen hundert Jahre später liest, versteht, was Sie geschrieben haben. Die Einheitlichkeit Ihrer Arbeit ist ein wichtiger Faktor.

Wo. Notieren Sie alles, was Sie über den Ort eines bestimmten Ereignisses wissen. Beispielsweise hat eine Geburt in einem Krankenhaus stattgefunden. Wenn Sie den Ort der Geburt aufzeichnen, geben Sie den Namen des Krankenhauses, die Stadt, den Landkreis, den Bundeland und falls nötig das Land an. Auf diese Weise ist es viel einfacher, an ähnliche oder zusätzliche Informationen zu gelangen.

In den meisten Ländern der Erde existieren Aufzeichnungen zu solchen Ereignissen, möglicherweise auch noch detaillierter als hier beschrieben. Alle Aufzeichnungen dieser Art können wiederum zu weiteren Informationen führen. Eine Hochzeit, die im Jahr 1862 in einem Gebiet stattgefunden hat, kann zu einer Volkszählung führen, die 1867 für dieses Gebiet durchgeführt wurde. Das Wo in der genealogischen Forschung ist einer der wichtigsten Punkte. b.) Denken Sie daran, dass Ortsnamen – genauso wie Familiennamen – sich im Laufe der Zeit ändern können. Für Ihre Ahnenforschungen sollten Sie so viel wie möglich über die Geschichte einer Gemeinde lernen, in der ein Ereignis stattgefunden hat. Beispielsweise wurde Chemnitz als Karl-Marx-Stadt während fast der Hälfte des 20. Jahrhunderts genannt.. Die Aufzeichnungen zum letztgenannten Ort können sich an einer ganz anderen Stelle befinden als die des erstgenannten.

Wann. Bei den Datumsangaben in Ihrer Familiengeschichte sollten Sie das internationale Datumsformat nutzen. Dabei schreiben Sie die Zahl für den Tag, die Abkürzung für den Monat (drei Buchstaben) und abschließend alle vier Ziffern für das Jahr. So wird der 11. Oktober 1884 oder der 11.10.2007 zum 11 OKT 1884. Auch diese Methode sorgt für Einheitlichkeit im Projekt.

Nachweise. Dieser Bereich ist möglicherweise der wichtigste Bereich überhaupt. Doch gerade die Nachweise werden in einem Ahnenforschungsprojekt am häufigsten vernachlässigt. Bei Ihrer Suche nach Informationen – ob Sie als Quelle nun ein Gespräch, eine Familienbibel, einen Brief, eine Geburtsurkunde oder eine veröffentlichte Familiengeschichte nutzen – ist es wichtig, dass Sie diese Quelle so genau wie möglich aufzeichnen. Denn nur so können Sie nachvollziehen, wo Sie Ihre Nachweise gefunden haben. Sonst kann es schnell geschehen, dass Sie Ihre eigenen Schritte später unnötigerweise erneut nachvollziehen müssen, um herauszufinden, woher bestimmte Informationen kommen. Die Dokumentation ist auch für andere Personen wichtig, um die Verlässlichkeit und Genauigkeit Ihrer Arbeit zu prüfen. Schon früh in Ihrem Projekt sollten Sie ein System entwickeln, mit dem Sie die Quelle einer bestimmten Information als Fußnote zur Information selbst hinzufügen. Erstellen Sie eine Liste mit Ihren Quellen, die als Bibliografie für ein fertiges Projekt – beispielsweise für ein Buch – dienen könnte.


Dokumentieren der Recherchen
Nun sind Sie bereit, alle bereits bekannten Informationen aufzuzeichnen – beginnend bei Ihnen selbst. In der Genealogie gibt es einige grundlegende Formulare, mit denen Sie sich zu Beginn des Projekts vertraut machen sollten. In diesen Formularen zeichnen Sie alle Informationen auf, die Sie gesammelt haben.

  1. Kleine Karten, beispielsweise im Format 8 x 12 Zentimeter, sind ideal geeignet, um Daten zu den einzelnen Personen Ihres Projekts zu notieren. Im Folgenden finden Sie ein Beispiel für eine Methode zur Aufzeichnung dieser Informationen. Wenn Sie Ihre Daten auf Karten organisieren, ist auch später die Übertragung auf den Computer einfacher, falls Sie sich entscheiden sollten, Ihre Forschungen zu digitalisieren. Es ist sehr wichtig, dass Sie so viele Informationen wie möglich aufzeichnen. In dem obigen Beispiel weist das Sternchen (*) darauf hin, dass Nachweise zu den aufgeschriebenen Fakten auf der Rückseite der Karte bzw. auf einer anderen Karte zu finden sind.

  2. Der Stammbaum ist einer der bekanntesten Formulare der Ahnenforscher. In einem Stammbaum können Sie die Beziehungen zwischen mehreren Generationen einer Familie darstellen und Ihre Vorfahren einer Familienlinie bis weit in die Vergangenheit nachverfolgen. Der am häufigsten verwendete Stammbaum zeigt fünf Generationen einer Familie auf einer einzelnen Seite an. Die erste Person, die auf der linken Seite der Seite genannt wird, beginnt den Stammbaum. Beim Erstellen Ihrer eigenen Familiengeschichte sollten Sie sich selbst als diese erste Person in den Stammbaum eintragen. Der Baum teilt sich anschließend in zwei Äste, die für Ihre Eltern stehen, und anschließend in vier Äste, die für Ihre Großeltern stehen – und so weiter. Auf dieser Darstellung finden sich nur Ihre Vorfahren, diejenigen, mit denen Sie blutsverwandt sind. Ihnen wird auffallen, dass auf einem Stammbaum kein Platz für Geschwister, mehrere Ehen oder anderweitige Familienverbindungen ist. Diese Daten tauchen auf dem nächsten Formular auf.

  3. Auf dem Familiengruppenblatt können Sie all die Personen aufnehmen, die mit einer bestimmten Familie verbunden sind. Ganz oben ist Platz für die Namen und wichtigen Informationen zum Ehemann (oder Vater) und zur Ehefrau (oder Mutter). Dort findet sich auch Platz für die Namen der Eltern des Ehemanns (oder Vaters) und der Ehefrau (oder Mutter). Darunter werden die Namen aller Kinder eingetragen, die von den beiden angegebenen Personen abstammen, die Geburts- und Todesdaten sowie die Namen ihrer Ehepartner. Sollte eine der beiden Personen in der ersten Zeile ein weiteres Mal geheiratet haben, werden diese Informationen auf einem separaten Familiengruppenblatt eingetragen. Folgende Vorgehensweise wird empfohlen: Legen Sie ein Familiengruppenblatt für jedes Paar an, auf das Sie während Ihrer Forschungen stoßen, und setzen Sie ein Sternchen (*) neben den Namen des Kindes in der Familie, von der Sie abstammen. Auf der Rückseite des Blattes können Sie die Quelle der Materialien angeben, die Sie verwendet haben, oder schreiben Sie Anekdoten auf, die Sie während Ihrer Suche erfahren haben.

  4. Ein Forschungsprotokoll kann für Sie das wichtigste Formular darstellen. Auf diesem Formular zeichnen Sie die Quellen auf, die Sie genutzt haben, sowie die Informationen, nach denen Sie gesucht haben. Wenn Sie dieses Formular detailliert ausfüllen, können Sie sich viel Mühe sparen, da Sie später Ihre Schritte nicht mühsam zurückverfolgen müssen. Es empfiehlt sich, ein Protokoll für jede Person zu führen, nach der Sie forschen: eines für die gesuchten Informationen, eines für die Stellen, an denen Sie gesucht haben, und eines für die Ergebnisse der Suche. Auch wenn dies zuerst wie sehr viel Papierarbeit scheint, wird es Ihnen schon bald ganz natürlich vorkommen. Diese Formulare sind in den meisten Bibliotheken, lokalen Genealogieverbänden, Familiengeschichtszentren, im Internet oder bei auf Genealogie spezialisierten Firmen erhältlich. Sobald Sie sich diese Formulare verschafft haben, nehmen Sie einen guten Bleistift zur Hand (Tinte lässt sich schwierig wieder entfernen) sowie einen Stammbaum, ein Familiengruppenblatt und ein Forschungsprotokoll. Setzen Sie sich in eine ruhige, gemütliche Ecke und beginnen Sie mit Ihren Aufzeichnungen. Schreiben Sie aus dem Gedächtnis alle Informationen zu Ihnen selbst, Ihren Eltern, Ihren Großeltern usw. auf. Nun haben Sie eine Reise angetreten, die eine der denkwürdigsten Reisen Ihres Lebens sein wird.

Terry und Jim Willard präsentierten die zehnteilige Fernsehserie „Ancestors“ auf PBS. Sie haben fünfzehn Generationen beider Seiten ihrer Familie erforscht.

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