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Die Gestaltung der Wappen

Das genaue Aussehen des Wappens bezeichnet man als Blasonierung. Es ist die detaillierte (schriftliche oder mündliche) Beschreibung des Wappens, die bestimmten Regeln folgt, anhand derer jeder Herold oder Heraldiker ein Wappen bildlich darstellen kann. Detaillierte Darstellungen der einzelnen Wappenelemente (Schild, Helm, Helmzier, Wahlspruch, etc) können in Fachliteratur und im Internet nachgeschlagen bzw. angesehen werden.

Der Fachmann unterscheidet zwischen dem „einfachem Vollwappen“, den „zusammengestellten Wappen“ (auch Allianz-, Ehe- oder Heiratswappen genannt) und dem „zusammengeschobenen Wappen“.

Ein einfaches Vollwappen setzt sich aus dem Schild als Hauptelement sowie dem Helm mit Helmzier und der Helmdecke zusammen. Ein einfaches Wappen ist meistens ein Stammwappen eines Geschlechtes ohne spätere Ergänzungen.

Zusammengestellte Wappen entstehen durch Kombinieren zweier einfacher Vollwappen, häufig einander zugeneigt, typischerweise durch Heirat von adligen Familien (Wappen der einen Familie links, Wappen der anderen Familie rechts). Eine andere Möglichkeit eines zusammengestellten Wappens findet sich wenn zum Beispiel ein Amtswappen und ein Familienwappen zusammengestellt werden.

Zu guter Letzt gibt es noch das zusammengeschobene Wappen.
Auf diesen Wappen werden ähnlich wie bei den zusammengestellten Wappen mehrere separate Wappen miteinander vereint. Allerdings erfolgt hier keine klare Trennung von Wappen 1 und Wappen 2, sondern das „neue“ Wappen wird aus den Farben, Metallen und Symbolen der bisherigen Wappen neu gestaltet.

Farbliche Gestaltung:

Der Heraldiker unterscheidet zwischen Farben und Metallen. Als die 4 „echten“ Farben eines Wappens bezeichnet der Heraldiker: blau, rot, grün und schwarz. Die „Metalle“ Silber und Gold werden in weiß und gelb dargestellt.

Die Sonderfarbe Purpur ist eher selten anzutreffen. Sie war der höchsten Geistlichkeit und der weltlicher Macht vorbehalten. Bei der Gestaltung ist zu beachten, dass Farbe stets an Metall stößt und nicht etwa Farbe auf Farbe oder Metall auf Metall.

Die Unterteilung des Wappens in unterschiedliche Farbfelder nennt der Fachmann Heroldsbild (andere Bezeichnungen lauten: Heroldsfigur, Ehrenstück und Heroldsstück). Diese beruht zum Grossteil auf einfachen geometrischen Strukturen, die deutliche Kontraste zwischen Farben und Metallen bilden, damit sie auch aus der Entfernung gut zu erkennen sind:

Gespalten Geviertelt Mit Pfahl Geteilt
gespalten geviertelt mit Pfahl geteilt

Ebenso können die Farben oder Metalle schräg getrennt werden, auch gibt es Mischformen wie zum Beispiel im Wappen von Sachsen Anhalt:

Wappen Sachsen-Anhalt

Feste Regeln, wie und wie oft ein Wappen unterteilt sein muss, gibt es nicht. Ebenso können die Linien gebogen, gezackt, wellenförmig etc. sein.

Wappenfelder

Auf dem Wappenschild hat jedes Feld bzw. Fläche, der Fachmann spricht hier von Platz, eine genaue Bezeichnung. Diese Platzbezeichnungen nennt man „Gevierte“.

1 = rechtes Hauptstück oder rechter Kanton oder rechtes Obereck
2 = mittleres Hauptstück oder Hauptstelle oder das Ort
3 = linkes Hauptstück oder linker Kanton oder linkes Obereck
4 = rechte Flankenstelle
5 = Herzstelle
6 = linke Flankenstelle
7 = rechter Punkt oder rechtes Untereck
8 = Punkt oder Fuß
9 = linker Punkt oder linkes Untereck

Wenn Gevierte miteinander verbunden bzw. kombiniert sind, gibt es hierfür wieder spezielle Bezeichnungen:

1+4+7 = rechter Pfahl oder rechte Flanke
2+5+8 = Pfahl oder Pfahlstelle
3+6+9 = linker Pfahl oder linke Flanke
1+2+3 = Schildhaupt
4+5+6 = Querbalken oder Binde oder Balkenstelle
7+8+9 = Schildfuß

Das exakte Einhalten der Regeln und dieser speziellen Bezeichnung ermöglicht es dem Herold, im Zweifelsfall zwei Wappen unterscheiden zu können.

Neben den Farben und Metallen und deren genaue Platzierung spielen natürlich auch die Symbole eine wichtige Rolle. Oftmals findet sich im Wappen eine so genannte „gemeine Figur“ (Wappentier), ein Fabelwesen oder ein anderes Symbol:

Wappen Niedersachsen Wappen Mecklenburg Vorpommern Wappen Rheinland-Pfalz
gemeine Figur:
Niedersachsen mit springendem weißen Ross
Fabelwesen
und gemeine Figur: Mecklenburg-Vorpommern mit rotem Greif und Stierkopf
Symbol:
Rheinland-Pfalz mit einem silbernen Rad

Meist gibt es jedem einzelnen Wappen eine Entstehungsgeschichte die erklärt, weshalb eine Farbe oder Metall sowie eine gemeine Figur, ein Fabelwesen oder ein Symbol gewählt wurde.

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