Quelleninformationen

Stadtarchiv Delmenhorst
Ancestry.com. Delmenhorst, Deutschland, Sterbefälle, 1876-1950 [Datenbank online]. Provo, UT, USA: Ancestry.com Operations, Inc., 2014.
Ursprüngliche Daten: Personenstandsregister Sterben. Stadtarchiv Delmenhorst, Delmenhorst, Deutschland.

 Delmenhorst, Deutschland, Sterbefälle, 1876-1950

Zwischen den Städten Bremen und Oldenburg gelegen, ist Delmenhorst mit seinen rund 73.000 Einwohnern ein modernes Mittelzentrum. Es verdankt seinen Namen einem kleinen Fluss, der als Rinnsal in Twistringen entspringt und nach 44 Kilometern bei Hasbergen in die Ochtum mündet. Der Ort wird erstmals in einer Urkunde von 1254 erwähnt. Das Oldenburger Grafenhaus hat hier zur Absicherung seines im Krieg gegen die freiheitsliebenden Stedinger Bauern erworbenen Gebietes und zur Kontrolle der Flämischen Heerstraße eine Burg errichtet, Mittelpunkt einer kleinen Siedlung, in der Festungsmilitärs, Kaufleute und Handwerker sich niederlassen und auf eine gesicherte Existenz hoffen. 1371 erhält das kleine Gemeinwesen das Stadtrecht verliehen.

Auf die Epochen als Residenzstadt, die Burg wird letztendlich völlig bedeutungslos geworden zwischen 1711 und 1714 geschleift, und als landwirtschaftlich geprägtes Ackerbürgerstädtchen mit Zigarrenmachern und Korkschneidern, folgt der Aufbruch in die industrielle Zeit. Das Stampfen und Dröhnen von Dampf- und Spinnmaschinen leitet in eine neue Ära über. Menschenmassen aus dem Osten folgen dem Werben hanseatischer Fabrikengründer, die Delmenhorst als idealen Standort für ihre Unternehmen begreifen. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Bremen-Oldenburg im Jahr 1867 findet die aufstrebende Industriestadt Anschluss an das moderne Verkehrsnetz, das den problemlosen Transport und Umschlag von Rohstoffen und Fertigwaren ermöglicht. Außerdem übt die Zollgrenze – Bremen ist mit seinen Häfen Zollausland – einen besonderen Anreiz auf Kapitaleigner aus, ihr Interesse auf Delmenhorst zu richten und sich hier zu engagieren. Jutegarn und -gewebe, Wolle und der Bodenbelag Linoleum werden zu den Erfolgsprodukten der seit 1903 kreisfreien Industriestadt Delmenhorst, deren Einwohnerzahl sprunghaft nach oben schnellt.

Nach Weltwirtschaftskrise und dem Zweiten Weltkrieg vollzieht sich ein struktureller Wandel. Die Großindustrien werden von mittelständischen Betrieben und Unternehmen auf dem Dienstleistungssektor abgelöst. Noch einmal steigt die Bevölkerungszahl durch den Zustrom von mehr als 16.000 Heimatvertriebenen und Flüchtlingen explosionsartig an. Aber wieder besinnt sich die Stadt mit ihren Einwohnern auf ihre wohl größte Tugend – die Fähigkeit zur Aufnahme, Einbindung und Integration von Fremden mit andersartigen Lebensgewohnheiten, Sitten und Bräuchen.

Das Stadtgebiet ist in seiner Ausdehnung nur unerheblich gewachsen. 1933 wurden erste Teile der benachbarten selbständigen Gemeinde Hasbergen eingemeindet, im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform erfolgte 1974 die Eingliederung der Restfläche Hasbergens. 1935 waren Delmenhorst überdies die Ortsteile Adelheide I und II von der Gemeinde Ganderkesee abgetreten worden.

Personenstandsregister der Standesämter Delmenhorst und Hasbergen

Ursprünglich wurden Daten zu Taufen, Trauungen und Begräbnissen von den Religionsgemeinschaften erhoben, allerdings dienten sie im Wesentlichen zur Erfassung der Gebühren für diese kirchlichen Dienstleistungen (Stolgebühren). Infolge des Gesetzes über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung vom 6. Februar 1875 wurden in Delmenhorst und Hasbergen zum 1. Januar 1876 Standesämter eingerichtet.

Die Beurkundung erfolgte auf Formularvordrucken, die zu Büchern gebunden sind. Jeder Jahrgang beginnt mit dem Eintrag Nr. 1 und zählt dann die Einträge laufend im Kalenderjahr fort.

In den Einträgen sind folgende Angaben vermerkt:

  • laufende Nummer
  • Ausstellungsort
  • Ausstellungsdatum
  • Beruf, Vornamen, Name und Wohnort des Anzeigenden
  • Angaben zu der verstorbenen Person: Vorname, Name, Alter, Wohnort, Geburtsort, Geburtsdatum, Sterbeort, Sterbezeitpunkt, ggf. Todesursache