Quelleninformationen

Ancestry.com. Rumänien, Lebensdaten aus ausgewählten Regionen, 1607-1914 [Datenbank online]. Lehi, UT, USA: Ancestry.com Operations, Inc., 2015.
Ursprüngliche Daten: Registre de stare civilă și bisericești referitorare la germani, everei și parțial maghiari. Digital images. Arhivele Naţionale ale României.

 Rumänien, Lebensdaten aus ausgewählten Regionen, 1607-1914

Im Rahmen der vorliegenden Sammlung wurde versucht, möglichst umfassend deutschbezogene familiengeschichtliche Daten in den ehemals zum historischen Ungarn/Habsburgermonarchie (ohne Bukowina) gehörenden Gebieten des heutigen Rumäniens zu dokumentieren.

„Deutsch“ bedeutet im Falle der Siebenbürger Sachsen Zugehörigkeit zur evangelisch-lutherischen Konfession, im Falle der Banater Schwaben und Banater Berlanddeutschen Zugehörigkeit zur römisch katholischen Konfession. In den Städten gab es besonders im 18. Jahrhundert einen schwer zu bemessenden deutschen Einschlag, da die Region nunmehr an die Migrationsbewegungen der Träger von städtischen Berufen angeschlossen war. Parallel zur großen Auswanderung nach Amerika aus Deutschland im 19. Jahrhundert ist auch eine Abwanderung in den europäischen Südosten zu verzeichnen, der hier mit dokumentiert wurde.

Daher wurden bei der Dokumentation die Siebenbürger Deutschen vollständig berücksichtigt, die katholische Stadtbevölkerung sowie die jüdische Bevölkerung. Letztere zeigte besonders in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine große Affinität zur deutschen Sprache und Kultur. Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert sind erste Anzeichen der Vermischung dieser verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu verzeichnen, ein Trend der bis heute angehalten hat.

Siebenbürgen
Seit dem 12. Jahrhundert lassen sich Volksdeutsche auf Einladung des Königs von Ungarn in Siebenbürgen nieder, um als Pufferzone der südöstlichen Grenze Ungarns zu dienen. Sie waren als „siebenbürgische Sachsen“ bekannt und lebten während Jahrhunderten in Teilen von Rumänien, wo sie autonome Festungsstädte und Dörfer gründeten.

Juden
Ab 1627 war den Juden zunächst ausschließlich in Karlsburg das Recht zur Niederlassung zugestanden worden. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden als Begleiterscheinung der fortschreitenden Urbanisierung in allen Städten Siebenbürgens, des Banats und des Partiums jüdische Gemeinden sephardischer und orthodoxer Orientierung. Die anfängliche Bevorzugung der deutschen Sprache und Kultur wich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zugunsten der ungarischen (Magyarisierung).

Diese Sammlung enthält eine Kombination von zivilen und kirchlichen Aufzeichnungen aus den siebenbürgisch-sächsischen Städten und Dörfern Kronstadt (Rumänisch — Brasov; Ungarisch — Brassó), Diemrich (Rumänisch — Deva; Ungarisch — Dèva), Hermannstadt (Rumänisch — Sibiu; Ungarisch — Nagyszeben) und Neumarkt, Neumarkt am Mieresch (Rumänisch — Targu Mures; Ungarisch: Marosvásárhely) in der historischen Region von Siebenbürgen im heutigen Rumänien.

Mit der deutschen Reformation bekehrten sich die siebenbürgischen Sachsen zum Protestantismus, und die meisten religiösen Register sind protestantisch oder lutherisch, obwohl es auch römisch-katholische, orthodoxe und jüdische Register gibt. Die Register wurden auf Deutsch, Ungarisch, Lateinisch, Rumänisch, Hebräisch und Alt-Kyrillisch geführt.